Städtisches Orchester Albstadt

vom Kirchenkonzert am 02. März 2008 in Mengen

schwäbischeZeitung

Chöre übertreffen alle Erwartungen

MENGEN ♦ Das eineinhalbstündige Benefizkonzert der beiden Chöre "Liederlust" Ennetach und "Harmonie" Laufen mit dem Städtischen Orchester Albstadt in der Liebfrauenkirche ist für Ohr und Auge ein Leckerbissen gewesen. Lang anhaltender und kräftiger Beifall lohnte die intensive Probenarbeit und Leistung der Choristen und Musiker mit ihren Leitern.
Von unserem Mitarbeiter Reinhard Rapp.

   Die Erwartungen des Publikums wurden voll erfüllt, ja sogar übertroffen. Mit einem dem Raum vortrefflich angepassten Mezzoforte leiteten die Bläser des Orchesters mit dem bekannten Bach-Choral "Jesus bleibet meine Freude" den Einsatz der Chöre ein. Musikdirektor Mathias Mundl verstand es meisterhaft, die Lautstärke des Orchesters bei jeder Gesangsbegleitung generell auf einem Niveau zu halten, das den Zuhörern erlaubte, jedes Wort der Sängerinnen und Sänger zu verstehen.
   "Der Mensch lebt und bestehet nur eine kleine Zeit....", die Motette von Hans Georg Nägeli mit Worten von Matthias Claudius, in einem mäßig bewegten Viervierteltakt von den Chören vorgetragen, eröffnete den Reigen des reinen Chorgesangs.
   In der Liebfrauenkirche ist die lateinische Sprache im Gesang während der letzten Jahre zu einer absoluten Seltenheit verkommen. Das "Sancta Maria" von Johannes Schweizer hört man eigentlich nur noch als reines Bläserstück nach der Andacht vor dem Maifest. Mit dem Satz von Franz Seul brachten die Chöre diese Bitte im Gebet an die Muttergottes zu Gehör.
   Das Leitwort des Konzertes war entnommen aus dem Chorsatz "Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt", geschrieben von Julius Abel. Vom estländischen Komponisten Manfred von Glenn stammt das Lied "Wie groß bist Du", nach dem Chorleiter Hans-Peter Merz vom ersten Teil des Konzertes an Mathias Mundl übergab.
Bild vergrößern    In einer kurzen Einführung zu der folgenden Komposition „Bleicher Mond" erläuterte Mundl die Absicht des Komponisten Rolf Rudin. Aus der Stille entsteht Klang. Man stellt sich eine kalte Winterlandschaft vor mit leichtem Nebel, der den Mond etwas verhüllt. In dieser Situation sind verschiedenartige Klänge zu vernehmen, aus unterschiedlichen Richtungen. An nur zwei Stellen der Komposition steigt die Musik zu einem kurzen Forte auf. Bei der Entwicklung des Werkes war eine ganz sparsame Musik beabsichtigt, schreiben die Veranstalter als Aussage des Komponisten ins Programmblatt. "Stille Musik" kann heutzutage ein Weg zum "Hören-Lernen" sein. "Das Warten lernen, die Stille hören, den Klang suchen, in den Ton hineinhören, sich vom Ton umgeben finden, dem Ton nachsinnen" können Zuhörer möglicherweise als Ungewohntes erfahren, so Rudin.
   Dirigent und Orchester wussten diese Worte umzusetzen - durch leises Anklingen eines Glockenspiels, gefolgt von Holzinstrumenten und leichtem Blech, abgelöst von dumpfen Klängen einer Pauke. Das Ganze als Wiederholung mit weiterführendem Anschließen der Bässe und Flöten zu einem kurzen majestätischen Forte des ganzen Orchesters, abflauend in einen Dauerton der Holzbläser, begleitend zu geflüsterten Worten.
   "Auf Adlers Flügeln getragen" von Friedrich Hänßler mit Wechsel von gemischtem zu Männerchor über acht Takte, die Festmotette "Heilig" und "Vater unser", beides von Friedrich Silcher, sowie "Segne, o Herr" mit Text und Melodie von Horst Best, alles Sätze klassischen mehrstimmigen Chorgesangs umfassten den zweiten "a capella"-Teil des Konzertes.

   Eine Kostprobe aus einem anderen Bereich des Gesangs und Rhythmus lieferten die Chöre und das Orchester mit "Gospel Train", arrangiert von Norman Tailor.
   Georg Friedrich Händels Oratorium "Der Messias" mit den Stücken "Halleluja" und "Amen" füllte zum Abschluss des Konzertes kraftvoll den Kirchenraum.
   Vollauf zufrieden mit dem Verlauf und dem Besuch äußerten sich Hans-Peter Merz und Mathias Mundl in einem kurzen Gespräch. Beide lobten das Publikum als äußerst diszipliniert. Eine Wiederholung des Konzertes ist am kommenden Sonntag, 9. März um 17 Uhr in der evangelischen Kirche in Albstadt-Laufen.



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